Die Herkomer Konkurrenz belebte vom 9. bis 12. Juli 2026 die Innenstadt der Stadt Landsberg und ihre nähere Umgebung mit Motorengeräuschen und –gerüchen aus längst vergangenen
Tagen. Am Donnerstag reisten die Besitzer mit 44 messingpolierten Fahrzeugen im Laufe des Nachmittags an und wurden am Parkplatz beim Mutterturm herzlich vom Organisationsteam in
Empfang genommen. Mit von der Partie war natürlich wieder der Historische Betreuungswagen des ADAC. Bei der „rollenden Bürozentrale“ erhielten die Fahrer sämtliche, für die Ausfahrten benötigten
Unterlagen.
Am Abend wurden alle von der Oberbürgermeisterin der Stadt Landsberg, Doris Baumgartl, offiziell empfangen - zunächst im wunderschönen Festsaal des historischen Rathauses, anschließend beim
gemeinsamen Abendessen im Lechstadtsaal des Landkreises Landsberg an der Lechstraße.
Eine Überraschung hatten Christina und Stefan Lochbühler für Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl im Gepäck, nämlich ein zufällig entdecktes und im Internet ersteigertes Originalspiel zu einer der Herkomer Konkurrenzen 1905-1907. Es wird einen Ehrenplatz im Herkomermuseum erhalten.
Die Erinnerungsplakette, die jedes Fahrerteam erhält, wurde feierlich auf der Bühne im Lechstadtsaal von Andrea von Malberg enthüllt: Sie ist den beiden Initiatoren Hartfrid Neunzert und Ulf von Malberg gewidmet und zeigt ein wunderschönes Foto der beiden, das erhaben in die glänzende messingfarbene Plakatte eingearbeitet wurde.
Am Freitag und Samstag hieß es zeitig aufstehen, das Schnauferl aus der Tiefgarage des Landratsamts auf den Platz vis à vis zu bringen und Position auf dem zugewiesenen Platz zu beziehen. Dort versammelten sich viele Schaulustige und erfuhren einiges zur Veranstaltung und über die außergewöhnlichen Fahrzeuge. Pünktlich um 9:00 Uhr wurde die Startfahne von Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl geschwenkt, um die Starter unter Applaus durch den Startbogen nacheinander auf die Freitagsstrecke Richtung Irsee zu schicken. Ab nun hieß es, nach Roadbook zu fahren! Am Samstag übernahm 2. Bürgermeister Moritz Hartmann die Startfreigabe.
Ein besonders erwähnenswertes Novum war in diesem Jahr die Teilnahme einer Großfamilie mit insgesamt fünf Wanderern im Startfeld - allesamt Enkel, Urenkel, Ururenkel und sogar die kleinste Urururenkelin des Firmengründers der Wandererwerke in Chemnitz, Johann Baptist Winklhofer. Damit verbunden war ein Besuch des Startfelds bei der Firma iwis in Landsberg, den der Geschäftsführer und Urenkel Johann Winklhofers, nämlich Johannes Winklhofer ermöglicht hat.
Um am Ende Gewinner des Wanderpokals zu werden, musste die eine oder andere Wertungsprüfung absolviert werden. Viele kleine Rätsel- und Geschicklichkeitsaufgaben mit und ohne Oldtimer brachten letztlich Michael und seinen Vater Peter Scharwaechter mit ihrem 1926er Mercedes als Gesamtsieger und damit neue Inhaber des begehrten Wanderpokals hervor.
Besonders gelobt haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die sichtbare und spürbare Begeisterung unzähliger kleiner und großer, jüngerer und älterer Zuschauer an den Strecken. Zitat "so viel gehupt wie in diesem Jahr haben wir noch nie". Das war in der Tat ganz besonders, beeindruckend und auch rührend. Herzlichen Dank allen dafür!
Erfreulicherweise konnten fast alle "Schnauferl" am Samstag auf dem Hauptplatz in Empfang genommen werden. So war es dann am Samstag, kurz nach 14:00 Uhr so weit: Als eine der Ersten fuhren Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl und Michael Kießling, Mitglied des Bundestages und Schirmherr der Veranstaltung, in einem wunderschönen Mercedes, Baujahr 1924 von Michael Rapp aus Donzdorf auf den ausgebreiteten roten Teppich vor der Sparkasse. Alle Fahrer und Beifahrer wurden nacheinander begrüßt und die Oldtimer vorgestellt. Am Ende reihten sich gut 40 rüstigen Automobile um den Landsberger Marienbrunnen und glänzten zwischen unzähligen Zuschauern bei optimalen Wetterbedingungen.
Kurz nach 16:00 Uhr wurde der Parc fermé aufgelöst, die Oldtimer fuhren zur Tiefgarage im Landratsamt und Fahrer und Beifahrer konnten sich nach den Anstrengungen ein wenig ausruhen, ehe es dann zum Galaabend in die Aula in der Mittelschule ging.
Am Ende war es eine rundum gelungene, von allen Seiten gelobte Veranstaltung, die sich nur dank einer außerordentlichen Teamleistung einerseits aber auch dank großartiger Unterstützung andererseits realisieren ließ.
Danke nochmal an alle Unterstützer: ADAC, Sparkasse Landsberg-Dießen, VR Bank Landsberg-Ammersee, den Autohäusern Jäckle, Medele-Schäfer, Auto und Service PIA und dem Autohaus Nadler aus Eresing sowie Martin Weiß, Geschäftsführer der Firma edvhauck GmbH, der Firma Redl Karton und der Firma Kemény Kfz-Hilfe.
In Landsberg am Lech wurde ein großes Stück Automobilgeschichte erzählt - Kulturgut der Vergangenheit, der Gegenwart und auch der Zukunft präsentiert! Hubert von Herkomer wird es sehr gefreut haben, ganz gleich, ob er nun von den wunderschönen Fahnen oder von irgend einer Wolke auf den Hauptplatz herunter geblickt haben mag. Er hatte eine Vision, er hat einst Geschichte geschrieben - und bis heute dürfen wir davon erzählen.
Auf Wiedersehen zur nächsten Herkomer Konkurrenz am zweiten Juliwochenende in zwei Jahren, also am 13.7. bis 16.7.2028.
Bilder folgen baldmöglich!
