Herkomer-Konkurrenz elektrisiert!

Das Geheimnis des Ursprungs liegt in der Zukunft.


Treffender könnte ein Slogan nicht sein - in vielerlei Hinsicht: Zum einen begeistern wir als Organisatoren uns für die Her-komer-Konkurrenz gemeinsam mit den Besitzern und Teilnehmern, die uns ihre wunderschönen „Schnauferl“, jedesmal erlebbar machen. Erfreulicherweise begeistert sie seit vielen Jahren auch immer mehr Interessierte und Automobilbe-geisterte aus Nah und Fern. Zum anderen erlauben wir uns, sie diesmal gewissermaßen zu "elektrisieren": Einer Idee Hartfrid Neunzert's folgend, dass der Veranstaltung durchaus mal etwas Neues gut zu Gesicht stehen würde, begleiten wir diesmal all die wunderschön polierten Oldtimer auf dezente Art und Weise mit Elektrofahrzeugen unserer heimischen Autohäuser.

Dies geschieht nicht etwa konkurrierend, ein- und mitmischend, verdrängend oder gar den Rang ablaufend - das ginge ohnehin nicht, weil man diesem automobilen Kulturgut schwerlich die Schau stehlen kann!

Nein, wir möchten ein bisschen mit Visionen denken wie einst Sir Hubert von Herkomer: den Blick ein wenig in die Zu-kunft wagen, die vielleicht dem Elektroautomobil gehören kann. Andererseits blicken wir zurück und schließen gewisser-maßen einen Kreis. Das, was sich für den ein oder anderen im ersten Moment vielleicht wie ein krasser Gegensatz anhö-ren mag, ist in Wahrheit nämlich gar keiner, denn eigentlich war das Elektromobil der ursprünglichste Beginn der Moto-risierung der Pferdekutschen.

 

Bereits zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts erfreuten sich Elektroautos fast größerer Beliebtheit als Benzinfahrzeuge, zumal man den Treibstoff damals meist nur von Apotheken beziehen konnte; heute unvorstellbar. Die Benziner hatten zwar den Vorteil, eine höhere Geschwindigkeit als mit Elektroantrieb fahren zu können. Durch Modernisierung der mit Batterien betriebenen Fahrzeuge gelang es jedoch, diesen Vorteil wett zu machen. Erstaunlicherweise war in den USA vor dem 1. Weltkrieg bereits fast die Hälfte aller Kraftwagen mit einem Elektromotor ausgerüstet. Ladestationen befanden sich praktisch in allen größeren Städten, so dass die Batterien aufgeladen werden konnten.

Detroit Electric war von 1907 bis 1941 der führende Her-steller von Elektrofahrzeugen in den USA. Der mit einem Gleichstrommotor ausgerüstete Detroit Electric bot zu An-fang des 20. Jahrhunderts Bedienkomfort und Zuverlässig-keit. Eine weitere Innovation war der erstmalige Einsatz einer geschlossenen Karosserie bei einem Automobil. Schon damals betrug die Reichweite 130 Kilometer! Bei Testfahrten wurde dieser Wert weit überschritten. Die Wa-gen waren vor allem bei städtischen Kunden beliebt, denn man ersparte sich den Gestank, das mühsame Ankurbeln von Hand und die Brandgefahr der frühen Verbrennungs-motoren. Frauen und Ärzte nutzten gern die sofort startbe-reiten, aber sehr teuren Wagen. 1916 produzierte Detroit-Electric bereits erste Hybrid-Fahrzeuge, bei denen Elektro- und Benzinmotor unabhänging voneinander genutzt wer-den können. Das Fahrzeug war so beliebt, dass u. a. auch Henry Ford's Ehefrau privat ein Detroit Coupe nutzte, an-statt auf die Autos ihres Ehemann zurück zu greifen. Eben-

 Detroit Electric im P.S.Speicher © Fotoquelle und Bildrechte: www.kulturstiftung-kornhaus.de
Detroit Electric im P.S.Speicher © Fotoquelle und Bildrechte: www.kulturstiftung-kornhaus.de

so berühmte Fahrerin eines solchen Wagens war die Oma von Donald Duck. Ein Problem waren aber die geringen Reich-weiten dieser Fahrzeuge. Da die Batterietechnik noch nicht so weit war und zwischenzeitlich der elektrische Anlasser ent-wickelt wurde, setzte sich der Benzinmotor letztlich wieder durch. Die Produktion endete mit dem Bankrott der Firma Detroit in der Weltwirtschaftskrise 1929.

 

So blicken wir gespannt in die Zukunft, wie sich das Elektromobil in Sachen Reichweite und Infrastruktur der Lademöglich-keiten entwickeln und ob es sich am Ende tatsächlich durchsetzen wird.

An dieser Stelle sagen wir herzlichen Dank den Autohäusern Huttner, Jäckle, Sangl, Schaller und Medele-Schäfer für die großartige Unterstützung und Bereitschaft, einen Teil der aktuellen Fahrzeuge zu präsentieren und für den begleitenden Einsatz zur Verfügung zu stellen.

Und: Herzlichen Dank an Herrn Hermann Redl, der alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, letztlich für sich selbst, aber auch für uns das älteste in Deutschland zugelassene Elektrofahrzeug, ein Detroit Electric 90 Coupè des Jahrgangs 1913, ins Startfeld zu bekommen!

 

In diesem Sinne wünschen wir uns und Ihnen, die Sie seit Jahren ausnahmslos jeden Ihrer wunderschönen Oldtimer he-gen und pflegen, das Messing geduldig polieren und zurecht mit Stolz bei der Herkomer-Konkurrenz präsentieren, aber auch all jenen Interessierten am Wegesrand und an Start und Ziel eine erlebnisreiche, wunderschöne Herkomer-Konkurrenz 2018! Wir als Organisatoren wünschen uns natürlich viel Freude, Erfolg und rundum strahlende Gesichter, gleichgültig, wohin man blickt, und wir hoffen natürlich darauf, dass der Wettergott an den Veranstaltungstagen den Re-genhahn in Ruhe lassen und nicht auf die Idee kommen wird, diesen über unserer Region aufzudrehen.

 

Wir stehen schon längst unter Strom und brennen darauf, dass es am 12.07.2018 endlich los geht und dass wir uns dann wohlauf zu Füßen des Mutterturms wieder sehen bzw. endlich persönlich kennenlernen dürfen!

 

Ihr Organisationsteam

 

 

P.S.: Wenn Sie noch mehr über E-Mobilität vor 100 Jahren erfahren oder darüber staunen möchten, was es schon alles gab, wovon wir glauben, Pioniere zu sein, dürfen wir Ihnen einen hoch interessanten Bericht und eine Bildergalerie des Spiegels im Internet ans Herz legen und auf folgende Internetseite aufmerksam machen:

http://www.spiegel.de/einestages/elektroauto-revolution-vor-100-jahren-a-947600.html

 

 

Wir danken an dieser Stelle den Mitarbeitern des P. S. Speicher in 37574 Einbeck für die tolle Unterstützung bei der Recherche zur 130jährigen Elektroautomobilgeschichte, die seit Frühjahr eine ganz bestimmt sehr sehenswerte Sonderausstellung zu diesem Thema anbieten.     www.kulturstiftung-kornhaus.de

 


Kontakt

Veranstaltungsbüro Herkomer-Konkurrenz

Heike Eisele

Katharinenstraße 1

86899 Landsberg am Lech

Tel: 08191 128397

Fax: 08191 128519

E-Mail: herkomer-konkurrenz@landsberg.de

 

 

 

Sponsoren