Ein Wochenende im Zeichen der Automobilveteranen aus dem frühen letzten Jahrhundert

Nach zwei Jahren war es wieder so weit: Die Herkomer-Konkurrenz belebte am vergangenen Wochenende die Innenstadt der Stadt Landsberg mit Motorengeräuschen und –gerüchen aus längst vergangenen Tagen. Letzten Donnerstag reisten die Besitzer mit gut 50 messingpolier-ten Fahrzeugen im Laufe des Nachmittags an und wurden am Parkplatz beim Mutterturm herzlich vom Organisa-tionsteam in Empfang genommen. Mit von der Partie war natürlich wieder der Historische Betreuungswagen des ADAC, der bereits am Mittwoch eingetroffen war und seine Station bezog. Bei der „rollenden Bürozen-trale“ erhielten die Fahrer sämtliche, für die Ausfahrten benötigten Unterlagen.
Am Abend wurden alle vom Oberbürgermeister der Stadt, Mathias Neuner, offiziell empfangen, diesmal nicht im Historischen Rathaus, sondern in der sehr festlich ge-


schmückten und kaum wieder zu erkennenden Wandelhalle des Sportzentrums, die den Rahmen für einen gemütlichen bayerischen Abend mit Bayerischem Buffet und Alphornklängen gab. Bei der Gelegenheit übergab der langjährige Vorsitzende des Komitees, Manfred Strobl, offiziell den Vorsitz an Michael Kemény. Ebenso dankte die Veranstaltungsleitung jedem Einzelnen des Organisationsausschusses mit einem individuellen Präsent. Im Laufe des Abends wurden die Teilnehmer noch auf Besonderheiten auf und neben der Strecke gebrieft, um vor allem auch korrekt zu fahren. Ein Team muss man allerdings besonders hervor heben, denn den beiden Fahrern des Ford A mit der StartNr. 61 konnte es offenbar gar nicht schnell genug gehen, sich den Segen am Heiligen Berg zu Andechs abzuholen: Sie fuhren diese für Samstag geplante Tour gleich mal am Freitag vor, während alle anderen über Scheuring, Mickhausen nach Mittelneufnach zu Mittagessen fuhren. Danach ging es weiter über Kirchheim mit dem sehr schönen Schloss. Während die Fahrer mit ihren Beifahrern sich den schönen Fuggersaal ansehen durfte, genoss die Hausherrin, Fürstin Fugger von Glött, eine kurze Ausfahrt in einem Sunbeam 25 hp, Baujahr 1926. Über Waal ging es am Nachmittag nach Landsberg zurück.

Am Samstag hieß es wieder zeitig aufstehen, das Schnauferl aus der Tiefgarage des Landratsamts auf den Platz visavis zu bringen und Position auf dem zugewiesenen Platz zu beziehen. Pünktlich um 09.00 Uhr schwenkten Oberbürgermeister Neuner und Landtagsabgeordneter Alexander Dorow die Startfahnen und schickten ein Fahrzeug nach dem anderen nach kurzer Vorstellung der Fahrer und Fahrzeuge durch die beiden Organisationsleiter Heike Eisele und Michael Kemény auf die Strecke. Vom Freitag waren bereits einige Ausfälle zu verzeichnen, leider zwei mit Getriebeschaden und Motorproblemen: So mussten leider der schnucklige, schneeweiße BMW Dixie mit Motorproblemen stehen bleiben als auch das „grüne Krokodil“, wie der Clement Bayard liebevoll und trefflich genannt wird. Ein paar andere hatten leider auch das ein oder andere Alterszipperlein, aber sie konnten alle dank der kompetenten und bis tief in die Nacht hinein reichenden Hilfe von Frank Böhm, Mitarbeiter der Firma Kemény Pannendienst aus Landsberg, wieder fahrtüchtig gemacht werden. Am Parkplatz in Andechs gab es die ein oder andere kniffelige Wertungsprüfung zu bestreiten, denn da die Fahrzeuge nicht in Rallyemanier unterwegs sind, sondern sich ausschließlich durch Durchhalten über längere Strecken bewähren, braucht es einen Modus, um am Ende einen Sieger küren zu können. Mit Pater Valentin, Mönch für Öffentlichkeitsarbeit, und Martin Glaab, Pressestelle der Klosterverwaltung Andechs, gab es dann noch einen Phototermin und eine Präsentübergabe zur Erinnerung an das Ereignis zu Fuße des Heiligen Bergs. Über das RADOM in Raisting, das dankenswerterweise seine Pforten eigens für die Teilnehmer öffnete und ihnen einen sehr interessanten und sehenswerten Einblick in das Innere der weißen Kuppel ermöglichte, ging es dann zurück nach Landsberg, wo die Oldtimer schon mit Spannung auf dem Hauptplatz erwartet wurden. Weil es offensichtlich am Ammersee so schön war und bedingt durch eine unvorhergesehene Straßensperre unterwegs wurden nicht nur die Organisatoren, sondern auch viele automobilbegeisterte und interessierte Besucher, auf eine kleine Geduldsprobe gestellt. Doch dank der beschwingten Klänge der Stadtkapelle wurde die Wartezeit deutlich kurzweiliger.

Kurz nach 15.00 Uhr war es dann so weit! Der als 17. gestartete Cadillac M 51, Baujahr 1915, gesteuert von Christian Bender erreichte als Erster sein Ziel und bekam zur Belohnung noch ein musikalisches Ständchen. Das Moderatorenteam Heike Eisele und Michael Kemény begrüßten ihn und seine drei Beifahrer herzlich auf einer vom Autohaus Jäckle Mindelheim zur Verfügung gestellten 18 m lange Präsentationsrampe, die dank freiwilliger Helfer des American Football-Clubs ruckzuck aufgebaut war. Auf dieser wurde jedes einzelne Fahrzeug ins rechte Licht gerückt, während über seine Fahrzeugdaten und Geschichte berichtet wurde und die Fahrer vorgestellt wurden. Ulf von Malberg, dem es zu verdanken ist, dass es vor gut 20 Jahren überhaupt eine Wiederbelebung der Herkomer-Konkurrenz gab, vermittelte den Zuhörern zusätzliche Details, auf die es sich bei den Fahrzeugen zu achten lohnte. Besonders erfreulich war der Besuch des Bundestagsabgeordneten, Michael Kießling, der für den Endspurt noch auf den General Motors Australia Chevrolet 6, Baujahr 1930 „aufspringen“ durfte. Gegen 16.30 Uhr war das Spektakel dann zu Ende. Ob Sir Hubert von Herkomer deshalb unbedingt ein paar dicke Tränen vergossen musste? Wir wissen es nicht. Der kurze Regenschauer tat der guten Stimmung auch für die letzten Eintreffenden keinen Abbruch. Am Ende war es eine rundum gelungene, von allen Seiten gelobte Veranstaltung, die sich nur dank einer außerordentlichen Teamleistung einerseits aber auch dank großartiger finanzieller Unterstützung andererseits (ADAC, Sparkasse Landsberg, VR Bank Landsberg-Ammersee, den Autohäusern Jäckle, Huttner, Medele-Schäfer, Sangl, Schaller, Firma Kemény und Firma Redl) realisieren und so präsentieren lässt. Für diesmal ist sie leider zu Ende, die erste von E-Fahrzeugen begleitete Herkomer-Konkurrenz mit dem ältesten in Deutschland zugelassenen E-Mobil im Starterfeld. Doch nach der Herkomer-Konkurrenz ist bekanntlich vor der Herkomer-Konkurrenz und so dürfen wir uns heute schon freuen, wenn Sie am 09. Juli 2020 wieder zu uns in die Lechstadt kommen, die Automobile aus längst vergangener Zeit. Hört man aber unter den Zuschauern den ein oder anderen Kommentar wie „geile Kiste“, kann man schmunzelnd fest stellen, dass sich am Alten durchaus auch die ein oder anderen Jugendlichen Begeistern – es lohnt sich, den Generationen Kulturgut zu erhalten und nahe zu bringen!

Kontakt

Veranstaltungsbüro Herkomer-Konkurrenz

Heike Eisele

Katharinenstraße 1

86899 Landsberg am Lech

Tel: 08191 128397

Fax: 08191 128519

E-Mail: herkomer-konkurrenz@landsberg.de

 

 

 

Sponsoren